Freitag, 2. Dezember 2016

Termin und Aktuelles Dezember 2016

04.12. 10.30 Uhr Hausgottesdienste

11.12. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst mit anschl. Essen (Predigt Klaus Sparla, Vineyard Nürnberg)

18.12. kein Gottesdienst 

24.12. 15.00 Uhr Heiligabend Gottesdienst St. Paul (Predigt Hans Heidelberger)

25.12. kein Gottesdienst 



Änderungen noch möglich! 

LKG = Landeskirchliche Gemeinschaft, Gebhardtstraße 19
Arche = Christlicher Kindergarten Arche, Theaterstraße 50
St. Paul = Gemeindehaus, Dr.-Martin-Luther-Platz 1

Sonntag, 20. November 2016

Predigt von Norbert Wohlrab (20.11.16)

Warten.mp3


Warten - Lk. 12, 35-38
 

Ich wurde gebeten heute nicht über die Endzeit zu predigen. Daher gibt es keine Predigt darüber, ob Donald Trump jetzt der Antichrist ist oder nicht. Und ich nehme auch den Predigttext des heutigen Sonntages nicht als Grundlage, der wäre nämlich tatsächlich auch noch aus der Offenbarung.
Ich möchte vielmehr mit euch den Wochenvers des heutigen Ewigkeitssonntags betrachten: „Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ (Lk. 12,35 Luther)

Ich möchte dazu aber auch noch die Verse 36 - 38 lesen. Eigentlich müsste ich jetzt ja die neue Lutherübersetzung hernehmen, aber mein erster Kontakt damit war gleich so niederschmetternd, dass ich das jetzt erst mal lasse. Oder haltet Ihr „übermochte“ (beim Zweikampf Jakobs am Jabbok) für eine zeitgemäßere Übersetzung als „bezwang“ oder „überwältigte“? Ist wohl eher was für Luther-Freaks
Aber wer weiß, vielleicht freunde ich mich damit ja noch an. Ich lese jetzt mal nach der Neuen Genfer Übersetzung.

 „35 »Haltet euch bereit und sorgt dafür, dass eure Lampen brennen!
36 Seid wie Diener, deren Herr auf einem Fest ist und die auf seine Rückkehr warten, damit sie ihm sofort aufmachen können, wenn er kommt und an die Tür klopft.
37 Glücklich zu preisen sind die Diener, die der Herr wach und bereit findet, wenn er kommt. Ich sage euch: Er wird sich ´einen Schurz` umbinden und sie zu Tisch bitten, und er selbst wird sie bedienen.
38 Vielleicht kommt er spät in der Nacht oder sogar erst gegen Morgen. Wenn er sie dann bereit findet – wie glücklich sind sie da zu preisen!«“ 

(Lk. 12, 35-38 NGÜ)

Welche Situation wird hier beschrieben? Ein Hausherr geht zu einem Fest. Zu einer Hochzeit. Die Knechte verriegeln in dieser Zeit das Haus, dass kein Dieb eindringen kann und alles sicher ist.

Es muss ein wohlhabender Mann sein, dieser Herr. Er hat Diener, Bedienstete, vielleicht sogar Sklaven. Es muss auch ein größeres Haus sein, vielleicht eine Villa oder ein größeres Landgut. In einer Einraumwohnung bräuchte man wohl kaum Diener. Da wäre ja auch gar kein Platz für sie.

Vielleicht ist so ähnlich wie bei Downton Abbey. Da gibt es einen Butler, Unterbutler, einen ersten Diener, einen zweiten Diener, Zofen, eine Haushälterin, eine Köchin, Küchenhilfen, einen Gärtner usw. 

Der Herr erwartet von seinen Dienern, dass sie bereit sind für seine Rückkehr. So wie wir heute selbstverständlich erwarten, dass unsere Haushaltsgeräte funktionieren, wenn wir nach Hause kommen. Dass der Kühlschrank, die Kaffeemaschine, die Waschmaschine funktionstüchtig sind, dass die Heizung läuft, der Strom fließt usw.

Die Diener sollen ihre Lenden umgürtet haben, sie sollen also ihr langes Gewand hochgebunden haben, es in den Gürtel gesteckt haben, damit sie fähig sind zum Laufen und zum Arbeiten. Sie sollen wach sein, sie sollen im Haus alles vorbereitet haben. Die Lichter sollen brennen, Reserveöl soll bereit stehen, das Bett gemacht sein, etwas zum Essen und zum Trinken vorbereitet, falls der Herr noch Hunger oder Durst hat bei seiner Heimkehr, vielleicht Wasser zum Füße waschen, ein Feuer im Ofen falls es draußen kalt ist. Vor allem aber sollen sie bereit sein um ihm unverzüglich die Tür auf zu machen, wenn er anklopft, damit sie ihm in sein Eigentum sofort einlassen können und sie sich nicht erst anziehen müssen und er draußen warten muss.

Sie wissen nicht, wann er vorhat zu kommen. Er weiß es vielleicht selber nicht. Wer weiß schon vorher wieviel Spaß man auf so einer Hochzeit hat, wie die Stimmung ist, wie der Wein schmeckt usw.
Vielleicht kommt er in der zweiten Nachwache, also zwischen neun und zwölf Uhr, vielleicht erst in der dritten, also zwischen zwölf und drei Uhr. Aber es war klar, er kommt in dieser Nacht wieder nach Hause.

Wenn man sich das so vergegenwärtigt, ist es eigentlich keine schwere Aufgabe für die Dienerschaft. Einfach mal einen Abend oder eine Nacht ein bisschen länger aufbleiben und für den Herrn alles vorbereiten. Wenn wir abends ausgehen oder Freunde besuchen, dann kommen wir auch so zwischen der zweiten und dritten Nachtwache wieder heim. So lange kann man schon durchhalten. So lange kann man auch zu Hause warten. Zur Not hilft man halt mit etwas Koffein nach.

Die Dienerschaft musste also nichts anderes machen als sonst auch, nur eben mal etwas länger durchhalten. Nur eben etwas warten. Ist eigentlich alles kein Problem. Eine überschaubare, klar abgegrenzte Aufgabe.

Warten erlebt man ja durchaus unterschiedlich. Das hängt vom Typ ab und von der Situation. Wenn ich beim Arzt im Wartezimmer sitze und mit entspannender Musik berieselt werde, stört mich das überhaupt nicht. Im Gegenteil es beruhigt mich und ich genieße es runterzufahren und zur Ruhe zu kommen. Bei meiner Frau ist das ganz anders. Wenn die irgendwo in einem Wartezimmer warten muss, bombardiert sie mich mit whatsapp-Nachrichten. Und zwar schneller als ich antworten kann. Für sie ist Warten eher Stress.
Mich nervt das Warten dagegen eher im Verkehr. Wenn vor mir die Autos mit 40 in der Stadt dahin kriechen oder auf der Autobahn minutenlang ein PKW mit 110 einen anderen mt 105 überholt und mich blockieren und dann hindern zügig an mein Ziel zu kommen. Ich will oder muss ja zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort sein. Oder im Stau da ist Warten für mich auch unangenehm. Andere lässt das wohl wieder eher kalt und die bleiben da entspannt.
Warten dass die Kinder nachts endlich nach Hause kommen. Warten dass der Arzt endlich zurückruft und man die Diagnose erfährt. All das sind eher unangenehme Wartesituationen.

Wie mag es in dem Gleichnis für die Diener gewesen sein?  Sicherlich nicht so unangenehm. Wenn der Herr kein Tyrann war, hatten sie nichts zu befürchten und der Zeitraum war ja auch überschaubar.

Wenn wir im NT wie hier von einer Hochzeit lesen, dann denken wir vielleicht als erstes an die Hochzeit von Jesus mit der Braut Christi, der Gemeinde. Aber davon ist hier nicht die Rede. Jesus ist zwar mit dem Herrn gleichzusetzen, aber er ist selbst nur als Gast auf einer Hochzeit. Es ist nicht seine eigene.

Und auch an einer anderen Stelle zeigt sich, dass dieses Bild nicht beliebig übertragbar ist. Richtig es geht um die Wiederkunft Christ. Darum, dass wir darauf vorbereitet sein sollen. Aber für die Knechte hier war klar, ihr Herr kommt in dieser Nacht zurück.
Wäre die Option gewesen, er käme im Laufe der nächsten vierzehn Tage, hätten sie nicht alle durchgehend wach bleiben können. Das funktioniert nicht. Sie hätten sich vielleicht abgewechselt im Wachen und im Schlafen.
Wäre der Zeitpunkt der Rückkehr sogar auf Monate oder Jahre hinaus ungewiss, hätten sie noch weitere Vorkehrungen treffen müssen. Entweder hätte der Herr regelmäßig Geld schicken müssen oder sie hätten sich einen Nebenjob suchen müssen, um sich und ihre Familie versorgen zu können. Also wir sehen, wir können dieses Gleichnis nicht überstrapazieren.

Warum es hier geht, ist: Seid bereit! Lasst nicht nach im Glauben! Lasst nicht nach in der Nachfolge!

Ein paar Verse weiter wird das falsche Verhalten beschrieben:

„45 Wenn jener Diener sich aber sagt: ›Mein Herr kommt noch lange nicht!‹ und anfängt, die Knechte und Mägde zu schlagen, während er selbst schwelgt und prasst und sich volltrinkt,
46 dann wird sein Herr an einem Tag kommen, an dem er ihn nicht erwartet, und zu einem Zeitpunkt, an dem er es nicht vermutet. Er wird den Diener in Stücke hauen lassen und ihm dasselbe Los bereiten wie den Ungläubigen.«“ (V.45.46 NGÜ)


Hier denkt sich der Diener: Mein Herr kommt ohnehin nicht so schnell. Jetzt lass ich die Sau raus und mach was ich will. Dieses Verhalten wird nicht belohnt werden.

Nicht nachlassen. Durchhalten! Treu bleiben! Wer durchhält bis zum Schluss, der wird selig werden, heißt es (Mt. 24,13).

In unserem Gleichnis gibt es eine phantastische und schier unglaubliche Wendung! Die Knechte warten auf den Herrn, haben alles vorbereitet, der Herr kommt und dann: der Herr dreht den Spieß um!
Er bindet sich eine Schürze um, bittet sie zu Tisch und bedient sie. Jetzt bekommen sie das ganze leckere Essen und die leckeren Getränke. Jetzt dürfen sie sich ausruhen und genießen. Alles wird auf den Kopf gestellt!

„Du ´lädst mich ein und` deckst mir den Tisch selbst vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, ´um mich zu ehren`,und füllst meinen Becher bis zum Überfließen.“ (Ps. 23,5 NGÜ)  


„Er wird ein Knecht und ich ein Herr; das mag ein Wechsel sein!“ heißt es in dem Kirchenlied „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“. Genau das geschieht hier! Und es hat sich ja bereits im Leben Jesu gezeigt.

„Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für viele hinzugeben.“ (Mt. 20,28 NGÜ)

Jesus hat in seinem Leben gedient: er hat den Jüngern die Füße gewaschen, hat Hungrige gespeist, Zerbrochene aufgerichtet, Bedrückte von Lasten des Gesetzes befreit, Kranke geheilt, Gebundene befreit.
Er hat durch seinen Tod gedient und uns damit errettet. Und jetzt lesen wir, dass er auch bei seiner Wiederkunft dienen wird, uns den Tisch bereiten wird.

Ist das nicht ein starkes Bild, ein froh machendes Bild?

„Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Trauer noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ (Offb. 21,7 Rev. Elb.)

(Jetzt bin ich seltsamerweise doch beim heutigen Predigttext aus Offb. 21.) Ein Gott der zu Tisch bittet und die Tränen abwischt. Ein Gott, auf dem sich das Warten lohnt.
Der Gedanke an die Heimkehr des Herrn soll keine Furcht auslösen, sondern Zuversicht, Hoffnung, Freude.

Die ersten Christen lebten in einer Naherwartung. Sie dachten die Wiederkunft Christ stünde unmittelbar bevor. Viele haben daher völlig darauf verzichtet sich in der Welt einzurichten, sie haben nicht geheiratet, keine Familie gegründet, manche sogar die Arbeit aufgegeben, keine gesellschaftliche Verantwortung übernommen, nicht an Morgen gedacht, weil sie davon ausgingen, dass es gar kein Morgen mehr geben wird.

Wir wissen es heute besser. Es sind fast zweitausend Jahre vergangen. Wir wissen das wir unser Leben planen müssen, einen Beruf ergreifen, Familie gründen und ernähren, für den Ruhestand vorsorgen usw.

Trotzdem sind wir näher dran an der Wiederkunft als die ersten Christen. (Jetzt bin ich doch bei der Endzeit. Der Wartezeit!) Trotzdem gilt auch uns die Aufforderung die Lenden zu gürten und die Lichter brennen zu lassen.

Aber was heißt es für uns heute, bereit zu sein?

1. Bereit sein heißt die Lichter leuchten lassen

Lasst Eure Lichter leuchten! Das hat für mich etwas mit Reinheit zu tun. Mit verantwortlichem Leben. Mit christlicher Ethik. Mit christlichen Werten. Mit Leben in der Liebe. Nicht so, wie der untreue Knecht, der angefangen hat die anderen zu schlagen und sich zu bereichern.

Das Jahr 2016 geht ja bald zur Neige. Können wir guten Gewissens sagen, dass wir immer bereit waren. Dass uns Jesus nie in Situationen angetroffen hätte, wo wir uns hätten schämen müssen. Ich fürchte, das können wir nicht, wenn wir ehrlich sind. Wie oft waren wir doch lieblos, gleichgültig, egoistisch oder einfach in der Nachfolge lethargisch?! Ich sage das nicht um Druck aufzubauen und ein schlechtes Wissen aufzubauen, sondern einfach als Bestandsaufnahme der Realität, als Bekenntnis. Wir sind immer wieder schwach. Isso. So ist es. Amen. Und dürfen gleichzeitig aus der Gnade leben.

Wir haben gerade eine Gemeindefreizeit hinter uns und haben uns mit den Herausforderungen des Christseins in der zweiten Lebenshälfte beschäftigt, mit den Umgang mit Enttäuschungen und nicht eingetroffenen Erwartungen und Visionen, aber auch mit geistlicher Reife und Weisheit.
Und da haben wir uns z.B. eine Frage gestellt: Wie möchten wir vom Ende her auf unser Leben zurück blicken? Was möchten wir da sehen? Was wäre uns da wichtig? Was soll auf unserer Grabrede gesagt werden?
Und da haben wir gemerkt: da spielen unsere Erfolge und Niederlagen überhaupt keine Rolle mehr. Weder im Beruf noch in geistlichen Diensten. Die Erfolge gehören Gott und die Niederlagen genauso. Was dann noch zählt ist die Liebe. Habe ich mein Leben in der Liebe gelebt? Zu Gott (oder besser in Gott) und zu den Menschen.

„Was für immer bleibt, sind Glaube, Hoffnung und Liebe, diese drei. Aber am größten von ihnen ist die Liebe.“ (1. Kor. 13,3 NGÜ)

2. Bereit sein heißt die Ärmel hochkrempeln

„Alles, was ihr sagt, und alles, was ihr tut, soll im Namen von Jesus, dem Herrn, geschehen, und dankt dabei Gott, dem Vater, durch ihn….Ihr Sklaven… worin auch immer eure Arbeit besteht – tut sie mit ganzer Hingabe, denn ´letztlich` dient ihr nicht Menschen, sondern dem Herrn.“ (Kol. 3, 17.22a.23 NGÜ)

Bereit zu sein, die Ärmel hochgekrempelt, die Lenden gegürtet zu haben, heißt sein Leben, seinen Alltag so zu gestalten, dass es Gott ehrt.

Paulus spricht dies hier den Sklaven zu. Egal welch niedrige Aufgabe, sie auch haben mögen, alles ist wertvoll in den Augen Gottes. Alles kann Dienst für Gott sein. Egal ob ich Hausarbeit mache, in der Altenpflege arbeite, die Straße kehre, Verwaltungsbeamter bin, Lehrer oder Rechtsanwalt oder ob ich predige oder Konfirmanden-Unterricht gebe. Alles ist wertvoll. Alles kann in der rechten Weise zur Ehre Gottes getan werden, wenn ich meine Aufgaben wahrnehme und sie korrekt erledige, wenn ich mir meiner Verantwortung vor Gott und den Menschen bewusst bin und sie annehme. Die geistlichen Tätigkeiten sind dabei nicht wichtiger, als die profanen oder umgekehrt.

Es war Luther, der darauf hinwies, dass jeder Beruf, jede Tätigkeit eine Berufung ist, in der man Gott und den Nächsten dienen kann. Und das die Magd, die die Stube fegt, sogar mehr den Nächsten dient, als der Mönch, der hinter den Klostermauern nur für sein eigenes Heil sorgt.

3. Bereit sein heißt die Schuhe anziehen

„und tragt an den Füßen das Schuhwerk der Bereitschaft, das Evangelium des Friedens zu verbreiten.“ (Eph. 6,15 NGÜ)
Bereit zu sein, heißt neben dem Leben in der Liebe und dem Dienen im Alltag, aber auch das Evangelium weiterzugeben. Hier sind wir alle unterschiedlich. Nicht nur unterschiedlich begabt, sondern auch unterschiedlicher Natur. Was für den einen hundert Möglichkeiten sind, ist für den anderen nicht mal eine einzige Chance.

Ich bin selber kein großer Evangelist und erlebe die Möglichkeiten zum Zeugnis im Alltag oft nur homöopathisch. Ich will hier gar nichts kaschieren. Aber ich denke, wir sollten uns hier öfters daran erinnern und gegenseitig ermutigen. Und etwas was wir alle können ist für bestimmte Menschen, die uns am Herzen liegen oder die Gott uns über den Weg schickt zu beten und auch für Möglichkeiten um bei Ihnen Zeugnis zu sein.

Früher hat man bei den Jahreszahlen noch AD angehängt. Anno Domini. Im Jahr des Herrn. 2016 AD. Eigentlich schade, dass dies nicht mehr üblich ist, denn es hilft einem zu vergegenwärtigen, wem unser Jahr, unsere Zeit, unser Leben gehört und mit wessen Wiederkunft in das Seine wir rechnen sollen.

Wir beten im Vaterunser: Dein Reich komme! Und wir freuen uns, wenn sein Reich durchblitzt in unserem Lebensalltag und in unseren Gemeinden, wenn etwas von seinem Reich sichtbar wird. Seiner Kraft. Seiner Herrlichkeit. Seiner Barmherzigkeit

Aber die endgültige Erhörung wird sein, wenn er kommt um uns in sein Reich zu holen und wir dann mit ihm zu Tisch sitzen werden. Darauf warten wir. Darauf besinnen wir uns auch im Advent. Nicht nur auf die Menschwerdung Gottes, sondern auch auf das zweite Kommen Jesu Christi.

Gustav Heinemann hat einmal gesagt: „Lasst uns der Welt zurufen: Eure Herren gehen, unser Herr aber kommt!“

AMEN.

Dienstag, 1. November 2016

Termine und Aktuelles November 2016

03. - 06.11. Gemeindefreizeit am Hesselberg (mit Bob Hatton, HOPE e.V. und Adolf Gärtner, Coach)

13.11. kein Gottesdienst 

20.11. 10.00 Uhr St. Paul gemeinsamer Gottesdienst mit der JG St. Paul (Predigt Norbert Wohlrab)

27.11. 10.30 Uhr Arche  
Gottesdienst entfällt krankheitsbedingt


 


Arche = Christlicher Kindergarten Arche, Theaterstraße 50
St. Paul = Gemeindehaus, Dr.-Martin-Luther-Platz 1

Sonntag, 2. Oktober 2016

Termine und Aktuelles Oktober 2016

02.10. kein Gottesdienst

09.10. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst (Predigt Leonid Dolganowsky, Juden für Jesus, Thema: "Die jüdische Hochzeit")

16.10. 10.30 Uhr Hausgottesdienste

23.10. 10.30 Uhr Arche Gottesdienst (Segnung & Fürbitte)

30.10. kein Gottesdienst


 

LKG = Landeskirchliche Gemeinschaft, Gebhardtstraße 19
Arche = Christlicher Kindergarten Arche, Theaterstraße 50

Predigt von Norbert Wohlrab (25.09.16)

Röm. 14, 17 - 19


Da ich heute gleich zwei Predigttermine habe, habe ich mir gedacht, es wäre doch ganz praktisch gleich über den offiziellen Predigttextes des heutigen Sonntags zu predigen. So erspar ich es mir zwei verschiedene Predigten vorbereiten zu müssen. Synergieeffekt sozusagen. Außerdem bleib ich dann davor bewahrt immer wieder über meine Lieblingsthemen zu predigen.

Der Text für heute ist Röm. 14, 17-19:

„Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Denn wer in diesem dem Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt. So lasst uns nun dem nachstreben, was dem Frieden, und dem, was der gegenseitigen Erbauung dient.“ (Röm. 14, 17-19 Rev. Elb.)

Das Reich Gottes ist also nicht Essen und Trinken. Wie lebensfeindlich aber auch, oder?

Wir haben in der CGF heute Gottesdienst mit gemeinsamen Mittagessen im Anschluss. Gemeinsames Essen und Trinken gehört bei uns einmal im Monat zum Gottesdienst feiern dazu. Das ist bei uns ein Ausdruck christlicher Lebenskultur. Aber, da haben wir wohl jetzt schon wieder mal alles falsch gemacht. Ätsch! Um sowas geht´s im Reich Gottes nämlich gar nicht. Solche profanen irdischen Dinge sollten wir nämlich nur auf das wirklich Allernotwendigste beschränken. Askese ist angesagt! Essen in der Gemeinde, so was Überflüssiges. Knapp daneben ist auch vorbei.

So oder so ähnlich könnte man diese Bibelstelle, diese Aufforderung ja zunächst einmal verstehen, wenn man sie aus dem Zusammenhang reißt. Aber ist das hier wirklich gemeint? Ist das NT wirklich so lebensverneinend? Hat Jesus selbst nicht ganz anders gehandelt?

Und tatsächlich wenn wir uns das Leben und Wirken unseres Herrn anschauen, dann lesen wir beispielsweise

  • von der Hochzeitsfeier, auf der er Wein vermehrt hat (bei der Heilsarmee wurde diese Bibelstelle in Saft umgewandelt)
  • dass er sich selber bei Zachäus zum Essen eingeladen hat (das sind die liebsten Gäste)  
  • mit Zöllnern und  Sündern gespeist hatund überhaupt so häufig am gemeinschaftlichen Essen und Trinken war, dass die Pharisäer ihn als Fresser und Weinsäufer (Mt. 11,19) tituliert haben uvm. 
  • und auch im AT gibt es bspw. die Aufforderung vor Gott mit Wein, starkem Getränk und allen Speisen, die das Herz begehrt, zu feiern und fröhlich zu sein (5. Mo. 14,26)

Also alles andere als lebensverneinend und so kann dieser Vers aus dem Römerbrief auch nur eine ganz andere Bedeutung haben, die man aber nur im Zusammenhang des ganzes Kapitels erkennt.

Die Gemeinde in Rom war ja keine homogene Gruppe. Nicht so wie wir. Sie bestand wohl nicht nur aus mehreren dezentralen Hauskirchen, sondern auch aus völlig unterschiedlich religiös sozialisierten Gruppen: den Judenchristen und den Heidenchristen, also aus Menschen die vorher im jüdischen Glauben verwurzelt waren oder und aus Menschen, die vorher einer heidnischen Religionen angehört haben.

Und diese beiden Gruppen waren sich nicht besonders grün, denn sie hatten unterschied-liche Auffassungen in manchen theologischen Fragen. Und nicht nur in irgendwelchen nebensächlichen Fragestellungen, wie heute vielleicht Erd- oder Feuerbestattung oder  nimmt man nun homöopathische Medikamente oder lieber doch nicht. Da muss man sich nicht bis aufs Blut streiten. Das ist nicht so existenziell.
Nein, es ging um Fragen, die die tägliche Lebensweise, aber v.a. auch die Praxis der täglichen Nachfolge betroffen haben. Es ging beispielsweise um´s Essen.

V. 2 „Einer glaubt, er dürfe alles essen; der Schwache aber isst Gemüse.“

(Paulus hat also eine eindeutige Meinung zur vegetarischen Ernährung. In der Luther-übersetzung von 1912 steht hier noch so nett übersetzt „der ißt Kraut“.)

Es gab hier zwei Konfliktpotenziale: zum einen die jüdischen Reinheitsgebote, die den Verzehr von bestimmten Fleischarten oder von unsachgemäß zubereiteten Fleisch (nicht richtig geschächteten Fleisch, das noch Blut beinhaltet) verbieten und zum anderen die Tatsache, dass es sich wohl bei dem meisten Fleisch, dass auf dem Markt erhältlich war um Götzenopferfleisch gehandelt hat, also um Überreste von Opfern in unterschiedlichen römischen, hellenistischen oder ägyptischen Kulten, d.h. Fleisch, dass heidnischen Göttern geweiht war und die sozusagen nicht alles aufgegessen haben.

Beides dürfte eigentlich für das Leben eines Christen keine Rolle spielen. Alle Speise kommt von Gott. Die Götzen sind Nichtse und die jüdischen Gesetze sind für Christen genauso „nichtsig". Daher kann alles guten Gewissens verzehrt werden. Wer so denkt ist - zumindest in diesem Punkt - stark im Glauben, der hat eine gewisse Reife erreicht. Aber es gibt eben auch die anderen, die Ängstlichen, die Unreifen, die Schwachen, die Anfänger im Glauben, die noch nicht frei sind in ihrem Gewissen, die noch gefangen sind in ihrer Prägung.

Eigentlich könnten sie unbeschadet nebeneinander existieren, wenn sie sich denn in Ruhe lassen würden, aber

V. 3 „Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, richte den nicht, der isst! Denn Gott hat ihn aufgenommen.
V. 4 Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt dem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten.“


Es haut nicht hin mit der friedlichen Koexistenz, sondern sie fangen an einander zu richten, einander zu verurteilen, übereinander herzuziehen. Auch die Starken. Sie sind vielleicht noch gar nicht so reif, wenn sie auf einmal anfangen die Schwachen zu verurteilen und sich über ihre Pedanterie lustig machen.

Dieser Streit ist uns ziemlich fremd. Götzenopferfleisch kriegen wir heute eher selten beim Metzger. (Das müsste man wohl explizit bestellen.) Gewiss auch heute gibt es unterschiedliche Auffassungen in punkto Ernährung, aber es sind keine theologisch motivierten Streitigkeiten, wobei es sicherlich Menschen gibt, bei denen die richtige Ernährung durchaus zu einer Ersatzreligion geworden ist und die eine sehr missionarische Gesinnung haben ihren Standpunkt zu vermitteln.

Es gab aber noch einen anderen Konfliktherd: nämlich der Umgang mit den heiligen Tagen:

  • Sollte man den Sabbat halten?
  • Oder besser den Sonntag, weil Jesus da auferstanden ist?
  • Oder lieber beide Tage?
  • Oder doch gar keinen Tag, weil man doch frei vom jüdischen Gesetz war?

Wie viele würden sich wohl auch heute wünschen, dass Paulus ganz klare Ansagen macht, was die Gestaltung des Sabbats/Sonntages betrifft. Aber weit gefehlt. Es geht hier ja nicht um Ehebruch oder Diebstahl, dazu hätte Paulus sich wohl sehr klar geäußert. Es geht um die Ausgestaltung der Nachfolge. Es geht nicht um besser sündigen, sondern um richtig nachfolgen.

Umso länger ich im Glauben stehe umso mehr stelle ich fest, dass das NT kein Gesetz-buch ist wie das AT. Wir finden hier viel Freiraum in Fragen der Lebensgestaltung und der persönlichen Nachfolge. Und so auch hier:

V. 5 „Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt!
V. 6 Wer den Tag beachtet, beachtet ihn dem Herrn. Und wer isst, isst dem Herrn, denn er sagt Gott Dank; und wer nicht isst, isst dem Herrn nicht und sagt Gott Dank.
V. 7 Denn keiner von uns lebt sich selbst, und keiner stirbt sich selbst.“


Beides ist möglich. Man kann zu Gottes Ehre Fleisch essen und man kann zu Gottes Ehre darauf verzichten. Man kann frei sein zum essen und nicht frei sein zum essen.

Beides ist möglich. Man kann zu Gottes Ehre einen Tag höher als andere halten und kann aus der Freiheit des Glaubens darauf verzichten.

Jeder soll in der Gestaltung der Nachfolge seiner Überzeugung gemäß handeln, aber ohne über den, der eine andere Überzeugung hat die Nase zu rümpfen und ohne ihn zu richten.

Eine kurze Geschichte, die ich im Internet gefunden habe, verdeutlich dies:

Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagsglut durch die staubigen Gassen von Keshan. Der Vater saß auf dem Esel, den der Junge führte. „Der arme Junge“, sagte da ein Vorübergehender. „Seine kurzen Beinchen versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man so faul auf dem Esel herumsitzen, wenn man sieht, dass das kleine Kind sich müde läuft.“ Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen. Gar nicht lange dauerte es, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: „ So eine Unverschämt-heit. Sitzt doch der kleine Bengel wie ein Sultan auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenherläuft.“ Dies schmerzte den Jungen und er bat den Vater, sich hinter ihn auf den Esel zu setzen. „Hat man so etwas schon gesehen?“ keifte eine schleierverhangene Frau, „solche Tierquälerei? Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der alte und der junge Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus, als wäre er ein Diwan, die arme Kreatur!“ Die Gescholtenen schauten sich an und stiegen beide, ohne ein Wort zu sagen, vom Esel herunter. Kaum waren sie wenige Schritte neben dem Tier hergegangen, machte sich ein Fremder über sie lustig: „So dumm möchte ich einmal sein! Wozu führt ihr denn den Esel spazieren, wenn er nichts leistet, euch keinen Nutzen bringt und noch nicht einmal einen von euch trägt?“ Der Vater schob dem Esel eine Hand voll Stroh ins Maul und legte seine Hand auf die Schulter seines Sohnes. „Gleichgültig, was wir machen“, sagte er, „es findet sich doch jemand, der damit nicht einverstanden ist. Ich glaube, wir müssen selbst wissen, was wir für richtig halten.“

(Quelle: Nossrat Peseschkian, Der Kaufmann und der Papagei)


Nach der eigenen Überzeugung handeln ohne den anderen zu verurteilen.

In der CGF sind wir ja mittlerweile so homogenisiert und pasteurisiert, da finden wir gar keinen Ansatzpunkt mehr für irgendwelche theologischen Streitigkeiten. Wir wissen bspw. wie jeder über Taufe denkt. Jeder soll da nach seiner Überzeugung handeln. Manchmal denke ich ein bisschen mehr Reibung würde uns gar nicht schaden, weil mancher dadurch herausgefordert wird, vielleicht auch angetrieben und angespornt wird.

Aber in anderen christlichen Gemeinden gibt es oft noch genug solcher Reizthemen: Ist es für das Reich Gottes förderlicher zu bauen oder nicht zu bauen? Wie laut, wie modern, wie elektrisch usw. soll die Lobpreisband sein? Das sind oft die Gemeindespalter. Frauenordination ist bei manchen auch ein Thema. Es gibt sicher noch viel mehr Konfliktherde, die ich mir mit meinem schlichten Gemüt mir gar nicht vorstellen kann.

V. 10 „Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder auch du, was verachtest du deinen Bruder? Denn wir werden alle vor den Richterstuhl Gottes gestellt werden.“

Und weiter schreibt Paulus, nicht nur nicht richten, sondern sogar so das Leben gestalten, dass es dem anderen kein Stolperstein ist.

V. 13 „Lasst uns nun nicht mehr einander richten, sondern haltet vielmehr das für recht, dem Bruder keinen Anstoß oder kein Ärgernis zu geben!“

Kein Fallstrick sein! Das ist jetzt ein Wort an die Starken. Wenn ich frei bin zum Verzehr, dann kann ich auch frei sein zum Verzicht in der Gegenwart des Schwachen. Nicht damit ich es dem anderen Recht mache, sondern damit ich durch mein Verhalten dem anderen, dem jungen und schwachen im Glauben nicht in Glaubenskrisen führe.

Trotzdem stellt Paulus klar, auf welcher Seite er steht:

V. 14 „Ich weiß und bin überzeugt in dem Herrn Jesus, dass nichts an sich unrein ist; nur dem, der etwas als gemein ansieht, dem ist es unrein.“

Hier beruft er sich nicht auf sich selbst, sondern auf Jesus Christus. Entweder bezieht er sich auf eine geistliche Offenbarung oder auf Worte Jesu. Und Jesus sagte ja bspw. im Disput mit den Pharisäern und Schriftgelehrten, dass alle Speisen rein sind und nichts von außen den Menschen verunreinigen kann (Mk. 7, 15 - 23).

Aber trotzdem im gemeindlichen Miteinander geht es nicht darum Recht zu bekommen, nicht um das Urteilen und Verurteilen, sondern es geht um einen gemeinsamen Wandel in der Liebe, um gegenseitigen Respekt und Anerkennung, um Rücksichtnahme.

V. 15b sonst „wandelst du nicht mehr nach der Liebe.“

Denn….und jetzt kommt endlich der Vers des Predigttextes:

V. 16 „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“

oder besser verständlich:

„Denn im Reich Gottes geht es nicht um Fragen des Essens und Trinkens, sondern um das, was der Heilige Geist bewirkt: Gerechtigkeit, Frieden und Freude.“ (Röm. 14,16 NGÜ)

Wenn im NT vom Reich Gottes die Rede ist, dann geht es immer um die ausgeübte Königsherrschaft Gottes, nicht um ein regionales Reich oder Gebiet. Es bedeutet also etwa soviel wie. da:
wo Gott unter Euch herrscht,
wo das Wesen seiner Herrschaft gegenwärtig ist ,
wo seine Liebe gegenwärtig ist…
Dort spielen solche Fragen keine Rolle mehr.

Nächstes Jahr ist Luther-Jahr. Was hat den jungen Luther gequält? Die Frage: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott?
Auch darum geht es in unserem Text: Wie esse ich richtig? Wie halte ich den Feiertag richtig? Die Antwort: Ich muss keine Reinheitsvorschriften mehr beachten um vor Gott bestehen zu können. Ich habe bestanden!

Diese Fragestellungen gehen daher am Kern des Evangeliums vorbei. In einer Klassenarbeit würde der Lehrer wohl sagen: Leider eine Themaverfehlung.

Jetzt hatten wir eine lange Herleitung was das Reich Gottes nicht ist. Wahrscheinlich typisch deutsch: immer auf das Negative schauen. Jetzt wollen wir aber noch auf das Schauen, was das Reich Gottes ausmacht: Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist!

Gerechtigkeit, Friede und Freude. Also, ehrlich gesagt: ich hätte es wahrscheinlich anders definiert. Zuallererst hätte ich Liebe geschrieben und wenn ich jetzt ein organisch-dynamischer Vollblut-Pfingstler wäre, hätte ich wohl auch noch Kraft geschrieben und Barm-herzigkeit natürlich und selbstverständlich Gnade und…..

Nun, ich bin mir nicht sicher, ob Paulus dies als abschließende Aufzählung verstanden haben wollte, aber er hat sich sicherlich dabei etwas gedacht.

Und daher ist es sicher kein Zufall, dass hier als erstes Gerechtigkeit steht. Gerechtigkeit ist ein Wesenszug Gottes. Gerechtigkeit meint mehr als unser regulatives Verständnis.

„Die Bibel meint also mit der Gerechtigkeit Gottes seine umfassende Lebensgabe und Lebensgnade.“

(Quelle: Brunnen, Das große Bibellexikon Band 2)


Denn das ist es ja, was im Reich Gottes bewirkt wird: nicht durch mein ängstliches Streben, sondern durch Gottes Gnade: ich werde gerechtfertigt und erfahre ohne eigenes Zutun, durch das Werk Christi Gottes Gerechtigkeit.

„und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“ (Röm. 3,24 Rev. Elb.)

Und diese Gerechtigkeit bewirkt Frieden mit Gott.

„Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein.“ (Jes. 32,17 Luther)

So beschreibt Jesaja das Wesen des kommenden Königreiches.

Aber ich denke Gerechtigkeit hat immer auch eine Dimension zu meinen Nächsten hin. Auch in diese Richtung sollen Gerechtigkeit und Frieden als Wesen des Reiches Gottes sichtbar werden. Der wahre Gottesdienst findet im Alltag statt, schreibt Paulus an anderer Stelle im Römerbrief (12,1).

Aus der Gerechtigkeit mit Gott entspringt Gerechtigkeit im Alltag. Gerechtigkeit drückt sich immer in Beziehungen aus. Beim Volk Israel war der Gradmesser der Umgang mit den Witwen, Waisen und Fremden. Auch heute wieder ein aktuelles Thema: der Umgang mit den Fremden.

Als ich von der Partei mit dem C im Namen kürzlich gelesen habe, sie wollen Asyl künftig auf Christen reduzieren, musste ich an das Wort Jesu denken: „Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe?“ (Mt. 5,46 Rev. Elb.)

Gerechtigkeit im Alltag, in der Gesellschaft, in der Politik, im Reich Gottes…ein spannendes Thema. Stoff für viele weitere Predigten.

Frieden. Wer Frieden mit Gott hat, kann auch Frieden mit seinen Mitmenschen leben. Dabei ist nicht nur kein Krieg und kein Streit gemeint, sondern ein füreinander sorgen. Ein sich aktives Einsetzen.

V. 19 „So lasst uns nun dem nachstreben, was dem Frieden…dient.“

Fehlt noch Freude. Ich muss zugeben: Ich hab´s nicht so mit der Freude. Ich bin einfach sowas von ausgeglichen. (Liegt vielleicht daran, dass ich seit meiner Jugend „beta-geblockt“ bin.) Ich bin schon zufrieden, wenn ich mich mal innerlich freue. Wenn ich auf irgendwelchen Konferenzen bin und dann enthusiastisch jubelnde und emotional verzückte Christen sehe, komm ich mir mit meiner Ausgeglichenheit immer recht minderbegabt vor.

Aber das biblische Freude bedeutet viel mehr. Sie meint ein ganzheitliches Wohlbefinden. (Und mit Wohlbefinden kenn ich mich als Wohlrab aus.) Fülle. Leben in Fülle.

V. 18.19 „So lasst uns nun dem nachstreben, was dem Frieden, und dem, was gegenseitigen Erbauung dient.“

AMEN.

Sonntag, 4. September 2016

Vorschau 2017

01.01. kein Gottesdienst

Gebetswoche der Evangelischen Allianz vom 08.01. bis 15.01.
http://www.ead.de/gebet/allianzgebetswoche/gebetswoche-2017.html 

08.01. 17.00 Uhr Gottesdienst in der Chapel, Flößaustraße 64 (Predigt Norbert Wohlrab)

Mo 09.01. 19.00 Uhr Hohe Mitte (Predigt Hermann Stecher, LKG Gehbardtstr.)
Di 10.01. 15.00 Uhr Freie Evangelische Gemeinde, Pfisterstraße 28 (Predigt Bernd Schäfer, LKG Vach)
Di 10.01. 19.00 Uhr Hardenberg-Gymnasium (Mensa) (Predigt New Generation)
Mi 11.01. 19.00 Uhr Rathaus (Sitzungssaal) (Predigt Markus Klein, LKG Rosenstr.)
Do 12.01. 18.00 Uhr Klinikum (Kapelle) (Predigt Brigitte Kloostermann, Heilsarmee)
Fr 13.01. 19.30 Uhr Landeskirchliche Gemeinschaft, Rosenstraße 5 (Predigt David Kraus, Chapel Fürth)
Sa 14.01. 09.30 Uhr Heilsarmee, Hirschenstraße 13 (Predigt CLaudia König, Chapel Fürth)

 
15.01. 17.00 Uhr Abschlussgottesdienst im Gemeindehaus St. Paul (Predigt Martin Adel, St.Paul)


22.01. 10.30 Uhr Arche Gottesdienst
29.01. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst mit anschl. Essen

05.02. 10.30 Uhr Hausgottesdienste
12.02. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst mit anschl. Essen
19.02. 10.30 Uhr Arche Gottesdienst
26.02. kein Gottesdienst

05.03. 10.30 Uhr Hausgottesdienste
12.03. kein Gottesdienst
19.03. 10.30 Uhr Arche Gottesdienst
26.03. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst mit anschl. Essen



Änderungen noch möglich! 

LKG = Landeskirchliche Gemeinschaft, Gebhardtstraße 19
Arche = Christlicher Kindergarten Arche, Theaterstraße 50
St. Paul = Gemeindehaus, Dr.-Martin-Luther-Platz 1

Donnerstag, 1. September 2016

Termine und Aktuelles September 2016

------- Sommerpause -------

18.09. 10.30 Uhr Hausgottesdienste

25.09. 10.30 Uhr LKG Gottesdienst mit anschl. Essen (Predigt Norbert Wohlrab)
 

LKG = Landeskirchliche Gemeinschaft, Gebhardtstraße 19
Arche = Christlicher Kindergarten Arche, Theaterstraße 50
St. Paul = Gemeindehaus, Dr.-Martin-Luther-Platz 1